Technik

Gut Ding will Weile haben

Manchmal werden Reinigungskräfte wie Reinigungsprodukte vor schwierige Aufgaben gestellt. Da wird ein Gebäude über viele Jahre genutzt, und man merkt meist gar nicht, wie sich Verschmutzungen im Laufe der Jahre an manchen Stellen aufbauen und festsetzen.
Spätestens wenn Inventar verschoben wird, werden solche Stellen dann offensichtlich. Jetzt schnell reinigen! Doch halt, nicht ganz so schnell…
Gönnen Sie den kleinen Helferlein, welche die Hersteller in die Reinigungsmittel geben, ein paar Minuten, um die Arbeit für Sie zu erledigen!


Tenside sind auch für die Schaumbildung verantwortlich

Schon mit ein paar Minuten Einwirkzeit sparen Sie Arbeit und Material und schonen damit gleichzeitig die Umwelt. In dieser Zeit unterwandern die Wirkstoffe den Schmutz, legen sich um die Schmutzpartikel herum und sorgen dafür, dass er sich leichter ablöst und mit der Schmutzflotte weggespült werden kann.
Die Einwirkzeit ist in der Verarbeitungsvorschrift angegeben und beträgt in der Regel 5-10 Minuten.

Ausreichende Einwirkdauer verbessert die Reinigungswirkung

Unterhaltsreinigungen werden meist unter großem Zeitdruck durchgeführt. Gerade bei der maschinellen Reinigung ist die Kontaktzeit der Reinigungsflotte sehr kurz. Fest sitzender Schmutz lässt sich damit kaum entfernen.
Bei einer Grundreinigung sieht es meist anders aus: Der Reinigungsflotte wird eine Einwirkzeit „gegönnt“ und die bedankt sich mit einer besseren Reinigungswirkung bei gleichzeitig geringerem Materialverbrauch.
Wäßrige Reinigungsmittel enthalten i.d.R. nichtionische und anionische Tenside oder amphothere Tenside, außerdem können Hilfsstoffe wie z.B. Alkohole, Phosphate, Komplexbildner usw. enthalten sein.


Die Einwirkzeit unterstützt die Reinigungswirkung

Die Tenside setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab und lagern sich an den Schmutzpartikeln an. Dadurch wird der Schmutz in der Reinigungsflotte gehalten und kann abgespült werden. Alkohole verstärken das Lösevermögen von hartnäckigen Verschmutzungen, Phosphate und Komplexbildner enthärten das Wasser und tragen so zur Reinigungsleistung bei.
Alle diese Vorgänge benötigen etwas Zeit, die Reinigung geht daher mit etwas Einwirkzeit deutlich einfacher. Die Einwirkzeit darf aber auch nicht zu lange dauern: Reiniger sollte man generell nicht eintrocknen lassen.
Bei speziellen Reinigern, die z.B. Säuren (Sanitärreiniger, Kalklöser) oder Laugen (meist zum Entfetten oder zur Entfernung alter Bodenpflegemittel verwendet) enthalten, muss die Einwirkzeit auf die Beständigkeit des Untergrundes angepasst werden. Vorhergehendes Wässern und die Einhaltung der Einwirkzeit sind hier daher besonders wichtig.

Ralf-Peter Winkler Alpin-ChemieDipl.-Chem.Ralf-Peter Winkler
Entwicklungsleiter bei Alpin-Chemie GmbH
Email: info@alpin-chemie.de
Website: www.alpin-chemie.de

Beitrag erstellt am 30.10.2017

Konglomerat – Aussehen

Typisch für Konglomerate sind gerundete Gesteinsbestandteile unterschiedlicher Größen und Farben, die in eine graue oder farbige Grundmasse einzementiert sind. Sie ähneln in ihrem Aussehen einem rohen Beton, sind aber auf natürliche Weise entstanden. Die enthaltenen Gesteinsbruchstücke aus Gebirgsmassiven wurden während des Transports über Gebirgsbäche und Flüsse stark angerundet, was auch heute noch gut erkennbar ist. Die teilweise recht unterschiedliche Farbe der enthaltenen Gesteinsbruchstücke erklärt sich aus ihrer unterschiedlichen Herkunft.


Konglomerat aus Deutschland – Brannenburger Nagelfluh

Die Oberfläche ist meist nicht einheitlich geschlossen, sondern enthält Hohlräume unterschiedlicher Größen. Dies ist kein Mangel, sondern entstehungsbedingt für diese Gesteinsfamilie typisch. Auf der kleinen Fläche eines Handmusters wirken Konglomerate meist recht bunt. Betrachtet man ein Konglomerat jedoch auf einer großen Fläche, so wirkt es in der Regel sehr einheitlich.

Konglomerate – Die wiederverfestigten Abtragungen von Gebirgen

Die in Deutschland verbauten Konglomerate stammten meist aus den Alpen. Im Bereich nördlich der Alpen sind Brannenburger Nagelfluh, Ternitzer- oder Lindabrunner Konglomerat typische Vertreter dieser Gesteinsfamilie. Südlich der Alpen, im italienisch sprachigen Bereich, werden derartige Gesteine als „ceppo“ bezeichnet. Die rundliche Form enthaltenen Klasten ist auf den fluvitalien Transport der erodierten Ursprungsgesteine zurückzuführen. Durch geringe Beimengungen von Hämatit oder Limonit kann es zu einer entsprechenden gelblichen bis rötlichbraunen Einfärbung der Matrix kommen. Durch den geringen auflastenden Druck während der diagenetischen Verfestigung weisen die alpinen Konglomeraten viele Hohlräume innerhalb des Gefüges auf.


Ein metamorph überprägtes Konglomerat – Black Marinace aus Brasilien

In den letzten Jahren sind neben den bekannten Konglomeraten der Alpen auch dekorative Konglomerate aus Übersee, vor allem Brasilien, auf den deutschen Markt gelangt. Diese zeigen häufig eine leichte metamorphe Überprägung, was an der Verformung der ursprünglich rundlichen Klasten erkennbar ist. Die Metamorphose bewirkte auch ein kompakteres Gefüge mit weniger Hohlräumen. Die Matrix dieser Dekorgesteine zeigt eine größere farbliche Bandbreite, die von grünlichen über rötliche bis hin zu nahezu schwarzen Farbtönen reicht.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.steininfo.de

Beitrag erstellt am 18.9.2017

Kalkstein – Aussehen

Kalksteine bewegen sich meist in einem hellbeigen Farbspektrum. Es sind jedoch auch rötliche bis braune und graue Grundfarbtöne möglich. Am Markt werden des Öfteren schwarze Marmorsorten angeboten. Schwarzen Marmor gibt es nicht. Auch hierbei handelt es sich in der Regel um schwarze Kalksteine. Häufig zeigen Kalksteine ein geadertes Gefügebild, weshalb sie häufig mit Marmor verwechselt werden.

Jura Deutschgelb mit Fossilien
Kalkstein Jura Deutschgelb mit fossilien Einlagerungen

Im Gegensatz zu Marmor, der durch seine kristalline Umwandlung sehr durchscheinend wirkt, ist die Transluzenz bei Kalksteinen wesentlich geringer. Man kann dies beispielsweise an einer Natursteinfliese prüfen. Hält man eine derartige Fliese gegen das Licht, so kann man seine Finger bei einer Marmorfliese meist durch die Fliese hindurch erkennen. Bei einem Kalkstein ist dies nicht der Fall. Kalksteine zählen zu den wenigen Gesteinsarten, die Fossilien enthalten können, was sie sehr beliebt macht.

Kalksteine – transparente Calcitadern
Adern entstehen in Gesteinen meist dann, wenn es durch tektonische Bewegungen der Erdkruste zu Rissbildungen in den Gesteinskomplexen kommt. Sie treten im Gestein in unterschiedlichen Mengen und Größen auf und sind für das jeweilige Dekor entscheidend. Neben diesen breiteren, oft farbig gefüllten Adern sind in Kalksteinen häufig auch kleinere Risse mit transparentem Calcit sekundär verfestigt, so dass die ehemals unverfüllten Risse nach der Verheilung kein Problem mehr darstellen.

Bautechnische Relevanz:
Derartige, natürlich verheilten Stiche werden immer wieder von Bauherren als Mangel gerügt. Es wird vermutet, dass die Werkstücke bei der Fertigung beschädigt und transparent verklebt wurden. Dem ist jedoch nicht so, wie man auf der oberen Abbildung ganz klar erkennen kann. Es wäre technisch überhaupt nicht möglich, eine Verklebung mit einem solchen Versatz herzustellen. Diese feinen, transparenten Calcitadern sind natürlichen Ursprungs und nicht als Mangel zu werten. Es besteht bei vollständiger natürlicher Ausheilung keine Gefahr, dass Werkstücke an dieser Stelle nochmals brechen könnten.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.steininfo.de

Beitrag erstellt am 14.5.2017