Technik

Rhyolith – Aussehen



Rhyolith, der umgangssprachlich meist als Porphyr bezeichnet wird, ist ein vulkanisches Gestein. 
Im Gegensatz zu Graniten ist dieser Stein sehr schnell erkaltet. Deshalb konnten nicht alle Minerale gut sichtbar auskristallisieren. So ist es für diesen Steine typisch, dass einzelne Minerale als sogenannte Einsprenglinge gut erkennbar sind. Die einzelnen Minerale in der Grundmasse können mit bloßem Auge nicht unterschieden werden.


www.montigglerporphyr.it / Naturnaher Stein mit lebendigem Dekor

Rhyolithe vwerfüguen über ein lebhaftes Erscheinungsbild. Sie bewegen sich in der Regel in einem grau bis rotviolettem Farbspektrum. Intensive rötliche Tönungen kommen vor allem bei mexikanischen und chinesischen Sorten sowie bei dem aus dem Raum Trento stammenden Camparta Red vor. In seltenen Fällen ist die Grundmasse (z.B. Sarner Grün) grünlich eingefärbt.

Rhyolith – Magmatisches Ergussgestein
Rhyolithe zählen zu den Vulkaniten und sind die Ergussäquivalente der Granite. Deshalb weisen sie nahezu den gleichen Mineralbestand wie Granite auf. Auf Grund der raschen Abkühlung konnten sich jedoch keine typischen granitischen Strukturmerkmale ausbilden. Betrachtet man Rhyolithe jedoch unter dem Mikroskop, so werden häufig mikrogranitische oder mikrosphärolitische Strukturen erkennbar.


www.naturstein-datenbank.de / Porfido Trentino

Der Stein besteht aus einer makroskopisch nicht differenzbaren Grundmasse, in die vereinzelte Einsprenglinge eingelagert sind. Rötlich bis gelblichbraune Wolkungen, die je nach Handelssorte weiche Übergänge oder scharfe Abgrenzungen zeigen, sind auf dispers verteilte Eisenoxide in unterschiedlichen Konzentrationen zurückzuführen.



Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.steininfo.de

Beitrag erstellt am 31.8.2018

Was tun, wenn…oberflächliche Rostflecke auf einem Bodenbelag aus Naturstein vorhanden sind?

Naturstein wird häufig für Außenbereiche verwendet. Es kann jedoch vorkommen, dass sich darauf Rostflecken bilden. Was tun, wenn sich auf dem Natursteinboden oberflächliche Rostflecken gebildet haben?

Gieβkannen und Blumentöpfe, Treppengeländer, Gartenmöbel aus Eisen sind beliebt und typische Beispiele dafür, wie oberflächliche Rostflecken auf einen Natursteinbelag gelangen können. Diese beeinträchtigen das optische Erscheinungsbild eines edlen Marmor oder Granit stark. Hier ein paar Tipps, wie Rostflecken von Stein entfernt werden können, ohne diesen zu beeinträchtigen.


Nutzungsbedingte Rostflecke auf einem Granit durch Einwirkungen von oben

Selbstgemachte Hausmittel erweisen sich bei der Entfernung oft als unwirksam oder sind zu aggressiv. Zur gründlichen und sicheren Entfernung der Rostflecken von Natursteinoberflächen aller Art empfiehlt sich ein Produkt, das sich durch die nicht säurehaltige Formel besonders für empfindliche Oberflächen wie polierten Marmor eignet. Es ist daher wichtig, dass Produkte vermieden werden, die nicht nur für das Material gefährlich werden könnten, sondern auch für den Anwender.

Vorteilhaft ist auch eine dickflüssige Beschaffenheit, damit das Produkt direkt auf den zu entfernenden Fleck einwirken kann. Dadurch wird Verschwendung vermieden und das Risiko eines Kontakts reduziert, zum Beispiel im Auβenbereich mit Gräsern und Pflanzen im Nahbereich.

Nur geeignete Rostentferner einsetzen

Rost ist eine chemische Verbindung mit einer typischen rötlich-braunen Farbe, die hauptsächlich aus Carbonaten und Eisenoxiden besteht und durch die Oxidation von Eisenmetall in Gegenwart von Luft und Feuchtigkeit entsteht . Es kommt häufig vor, dass Gegenstände oder Elemente aus Eisen in bestimmten Situationen (zum Beispiel im Auβenbereich) Rost auf der Oberfläche entwickeln, der bei porösen Materialien wie Naturstein zu Fleckbildung führen kann.

Für die Entfernung eines Rostflecks von einer Oberfläche ist es notwendig, ein komplexierendes Produkt einzusetzen, das sich spezifisch an Eisenoxide binden kann. Dadurch wird es möglich, den Rost vom Substrat zu entfernen.

Viele marktübliche Rostentferner sind sauer eingestellt und basieren in ihrer Formulierung auf mehr oder weniger starken Säuren wie Fluorwasserstoff-, Phosphor- oder Zitronensäure. Produkte auf Fluorwasserstoffbasis sind hochgradig korrosiv und werden mit Einschränkungen zur Entfernung von Eisenflecken im Textilbereich eingesetzt. Der Einsatz bei Materialien wie Stein, Keramik oder Metall ist hingegen sorgfältig zu vermeiden, da dadurch irreparable Schäden hervorgerufen werden können. Produkte auf der Grundlage von Säuren mit einem einfacheren Handling, wie Phosphor- oder Zitronensäure, können auch auf einigen Belägen wie beispielsweise Keramik zur Anwendung kommen. Kalkhaltige Materialien wie Marmor, Travertin und viele andere Natursteine sind davon natürlich auszuschlieβen, da die Reaktion mit den Säuren hier möglicherweise sichtbare Schäden wie matte oder hellere Stellen hervorrufen können.


Die spezifische komplexierende Wirkung von Antirostprodukten ermöglicht die Entfernung von Eisenoxid von dem beteiligten Substrat.

Die extrem unterschiedlichen Typologien von Naturstein erfordern daher den Einsatz spezifischer, nicht saurer Produkte, deren Funktionsweise auf reduzierenden Verbindungen mit komplexierender Wirkung beruhen. Diese müssen dazu in der Lage sein, sich spezifisch an die Eisenoxide zu binden und deren Entfernung zu ermöglichen, ohne eine sekundäre Reaktion mit dem Substrat hervorzurufen.

Es ist daher von grundlegender Bedeutung, unangemessene Eingriffe mit sauren Produkten auf potentiell empfindlichen Oberflächen zu vermeiden. Empfehlenswert ist hingegen, spezifische Produkte mit einem neutralen pH-Wert zu wählen, wodurch das Material geschont wird. Gleichzeitig ist eine schnelle Wirksamkeit wichtig, damit keine Absorptionsphänomene in den poröseren Substraten verursacht werden.

Dott. Giovanni Luca
Technischer Forscher in der F&E Abteilung von FILA
Email: info@filasolutions.com
Website: www.filasolutions.com

Beitrag erstellt am 7.6.2018

Marmor – Aussehen

Marmor kann in der Natur in den unterschiedlichsten Farben vorkommen. In seiner Reinform ist Marmor schneeweiß. Diese weißen Marmorsorten sind jedoch sehr selten. Zu ihnen zählen beispielsweise Thassos, Bianco Sivec oder Lasa. Auch innerhalb der Brüche dieser weißen Marmorsorten kommt es zu farblichen Abweichungen. Wegen der aufwendigen Sortierung und geringen Ausbeute hat der rein weiße Marmor einen entsprechend hohen Preis. Er ist jedoch von zeitloser Eleganz.


www.naturstein-datenbank.de / Arabescato Cervaiole

Meist wird bei Marmor das Dekor durch Aderungen in unterschiedlichen Abständen und Breiten bestimmt. Dabei ist jede Platte ein Unikat. Typisch für Marmor ist eine große optische Tiefenwirkung. Diese kommt am besten bei polierten Oberflächen zur Geltung. Da Marmor durchscheinend ist, entsteht bei Hinterleuchtung eine sehr dekorative Wirkung. Schwarze Marmorsorten, wie häufig in Prospekten aufgeführt, gibt es nicht.

Marmor – farbgebende Minerale
Marmor besteht überwiegend aus dem Mineral Calcit. Da es durch durch die Metamorphose von Kalkstein zu Marmor zu einer Rekristallisation der Calcitminerale kam, weisen diese eine hohe transluzent auf. Die Sekundärfarben der Aderung sind häufig durch die Minerale Graphit (grau bis schwarz), Hämatit (rot), Limonit (gelb) verursacht. Diese können auch bei disperser Verteilung zu einer entsprechenden Modifizierung des Grundfarbtons beitragen.


www.naturstein-datenbank.de / Rosa Portogallo

Rein weiße Sorten sind sehr selten. Auch innerhalb dieser Sorten kann es durch akzessorische Beimengungen zu optischen Abweichungen vom rein weißen Farbton kommen. Großformatige Werkstücke in einer reinweißen Selektion sind sehr schwer herstellbar. Dekorative, stark geaderte Marmorsorten können im „Open book“ verlegt werden. Bei dieser spiegelbildlichen Verlegeart müssen die, im Rohblock aufeinanderfolgenden Unmaßtafeln jeweiligen abwechselnd von der Vorder- und der Rückseite poliert werden. Da die Metamorphose von Kalkstein zu Marmor unter hohen Temperaturen und Drücken verlief, enthält Marmor keine Fossilien, selbst wenn im Ursprungsgestein Fossilien enthalten waren.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.steininfo.de

Beitrag erstellt am 30.5.2018