Technik

Was tun, wenn…oberflächliche Rostflecke auf einem Bodenbelag aus Naturstein vorhanden sind?

Naturstein wird häufig für Außenbereiche verwendet. Es kann jedoch vorkommen, dass sich darauf Rostflecken bilden. Was tun, wenn sich auf dem Natursteinboden oberflächliche Rostflecken gebildet haben?

Gieβkannen und Blumentöpfe, Treppengeländer, Gartenmöbel aus Eisen sind beliebt und typische Beispiele dafür, wie oberflächliche Rostflecken auf einen Natursteinbelag gelangen können. Diese beeinträchtigen das optische Erscheinungsbild eines edlen Marmor oder Granit stark. Hier ein paar Tipps, wie Rostflecken von Stein entfernt werden können, ohne diesen zu beeinträchtigen.


Nutzungsbedingte Rostflecke auf einem Granit durch Einwirkungen von oben

Selbstgemachte Hausmittel erweisen sich bei der Entfernung oft als unwirksam oder sind zu aggressiv. Zur gründlichen und sicheren Entfernung der Rostflecken von Natursteinoberflächen aller Art empfiehlt sich ein Produkt, das sich durch die nicht säurehaltige Formel besonders für empfindliche Oberflächen wie polierten Marmor eignet. Es ist daher wichtig, dass Produkte vermieden werden, die nicht nur für das Material gefährlich werden könnten, sondern auch für den Anwender.

Vorteilhaft ist auch eine dickflüssige Beschaffenheit, damit das Produkt direkt auf den zu entfernenden Fleck einwirken kann. Dadurch wird Verschwendung vermieden und das Risiko eines Kontakts reduziert, zum Beispiel im Auβenbereich mit Gräsern und Pflanzen im Nahbereich.

Nur geeignete Rostentferner einsetzen

Rost ist eine chemische Verbindung mit einer typischen rötlich-braunen Farbe, die hauptsächlich aus Carbonaten und Eisenoxiden besteht und durch die Oxidation von Eisenmetall in Gegenwart von Luft und Feuchtigkeit entsteht . Es kommt häufig vor, dass Gegenstände oder Elemente aus Eisen in bestimmten Situationen (zum Beispiel im Auβenbereich) Rost auf der Oberfläche entwickeln, der bei porösen Materialien wie Naturstein zu Fleckbildung führen kann.

Für die Entfernung eines Rostflecks von einer Oberfläche ist es notwendig, ein komplexierendes Produkt einzusetzen, das sich spezifisch an Eisenoxide binden kann. Dadurch wird es möglich, den Rost vom Substrat zu entfernen.

Viele marktübliche Rostentferner sind sauer eingestellt und basieren in ihrer Formulierung auf mehr oder weniger starken Säuren wie Fluorwasserstoff-, Phosphor- oder Zitronensäure. Produkte auf Fluorwasserstoffbasis sind hochgradig korrosiv und werden mit Einschränkungen zur Entfernung von Eisenflecken im Textilbereich eingesetzt. Der Einsatz bei Materialien wie Stein, Keramik oder Metall ist hingegen sorgfältig zu vermeiden, da dadurch irreparable Schäden hervorgerufen werden können. Produkte auf der Grundlage von Säuren mit einem einfacheren Handling, wie Phosphor- oder Zitronensäure, können auch auf einigen Belägen wie beispielsweise Keramik zur Anwendung kommen. Kalkhaltige Materialien wie Marmor, Travertin und viele andere Natursteine sind davon natürlich auszuschlieβen, da die Reaktion mit den Säuren hier möglicherweise sichtbare Schäden wie matte oder hellere Stellen hervorrufen können.


Die spezifische komplexierende Wirkung von Antirostprodukten ermöglicht die Entfernung von Eisenoxid von dem beteiligten Substrat.

Die extrem unterschiedlichen Typologien von Naturstein erfordern daher den Einsatz spezifischer, nicht saurer Produkte, deren Funktionsweise auf reduzierenden Verbindungen mit komplexierender Wirkung beruhen. Diese müssen dazu in der Lage sein, sich spezifisch an die Eisenoxide zu binden und deren Entfernung zu ermöglichen, ohne eine sekundäre Reaktion mit dem Substrat hervorzurufen.

Es ist daher von grundlegender Bedeutung, unangemessene Eingriffe mit sauren Produkten auf potentiell empfindlichen Oberflächen zu vermeiden. Empfehlenswert ist hingegen, spezifische Produkte mit einem neutralen pH-Wert zu wählen, wodurch das Material geschont wird. Gleichzeitig ist eine schnelle Wirksamkeit wichtig, damit keine Absorptionsphänomene in den poröseren Substraten verursacht werden.

Dott. Giovanni Luca
Technischer Forscher in der F&E Abteilung von FILA
Email: info@filasolutions.com
Website: www.filasolutions.com

Beitrag erstellt am 7.6.2018

Marmor – Aussehen

Marmor kann in der Natur in den unterschiedlichsten Farben vorkommen. In seiner Reinform ist Marmor schneeweiß. Diese weißen Marmorsorten sind jedoch sehr selten. Zu ihnen zählen beispielsweise Thassos, Bianco Sivec oder Lasa. Auch innerhalb der Brüche dieser weißen Marmorsorten kommt es zu farblichen Abweichungen. Wegen der aufwendigen Sortierung und geringen Ausbeute hat der rein weiße Marmor einen entsprechend hohen Preis. Er ist jedoch von zeitloser Eleganz.


www.naturstein-datenbank.de / Arabescato Cervaiole

Meist wird bei Marmor das Dekor durch Aderungen in unterschiedlichen Abständen und Breiten bestimmt. Dabei ist jede Platte ein Unikat. Typisch für Marmor ist eine große optische Tiefenwirkung. Diese kommt am besten bei polierten Oberflächen zur Geltung. Da Marmor durchscheinend ist, entsteht bei Hinterleuchtung eine sehr dekorative Wirkung. Schwarze Marmorsorten, wie häufig in Prospekten aufgeführt, gibt es nicht.

Marmor – farbgebende Minerale
Marmor besteht überwiegend aus dem Mineral Calcit. Da es durch durch die Metamorphose von Kalkstein zu Marmor zu einer Rekristallisation der Calcitminerale kam, weisen diese eine hohe transluzent auf. Die Sekundärfarben der Aderung sind häufig durch die Minerale Graphit (grau bis schwarz), Hämatit (rot), Limonit (gelb) verursacht. Diese können auch bei disperser Verteilung zu einer entsprechenden Modifizierung des Grundfarbtons beitragen.


www.naturstein-datenbank.de / Rosa Portogallo

Rein weiße Sorten sind sehr selten. Auch innerhalb dieser Sorten kann es durch akzessorische Beimengungen zu optischen Abweichungen vom rein weißen Farbton kommen. Großformatige Werkstücke in einer reinweißen Selektion sind sehr schwer herstellbar. Dekorative, stark geaderte Marmorsorten können im „Open book“ verlegt werden. Bei dieser spiegelbildlichen Verlegeart müssen die, im Rohblock aufeinanderfolgenden Unmaßtafeln jeweiligen abwechselnd von der Vorder- und der Rückseite poliert werden. Da die Metamorphose von Kalkstein zu Marmor unter hohen Temperaturen und Drücken verlief, enthält Marmor keine Fossilien, selbst wenn im Ursprungsgestein Fossilien enthalten waren.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.steininfo.de

Beitrag erstellt am 30.5.2018

Raue, saugfähige Oberflächen

Raue Natursteinoberflächen (geflammt, gestrahlt oder bruchrau) zeichnen sich durch hohe Griffigkeit, starke mechanische Belastbarkeit und ihren natürlichen Charme aus.
Leider sind diese meist sehr saugfähig und nehmen Schmutze und Flecken gerne an bzw. auf. Zusätzlich können Verschmutzungen an der rauen, griffigen Gesteinsoberfläche sehr gut anhaften und lassen sich oft nur schwer aus den Vertiefungen entfernen. Die erste Herausforderung ergibt sich dadurch schon bei der Verfugung des Belages. Fugmittel und Zementschleier sind oft nur schwer und mühsam zu entfernen, da es sich oft in die Belagsoberfläche saugt und hartnäckig an die Oberfläche klammert.


An rauen Oberflächen können sich Fugmörtel leicht verkrallen

Gibt es hierfür eine Lösung?
Durch eine spezielle Schutzbehandlung können viele dieser Probleme gemildert oder vermieden werden. Die Platten werden nach der Verlegung bzw. vor dem Ausfugen behandelt, nach einer Trockenzeit von ca. 12 Stunden (über Nacht) erfolgt die Verfugung.

Eine Schutzbehandlung vor dem Ausfugen bewirkt somit:
– eine Reduzierung der Wasseraufnahme.
– eine Reinigungserleichterung z.B. von Fugmaterial.
– zusätzlichen Schutz während der Bau- bzw. Austrocknungsphase.

Nachdem der Belag ausgetrocknet ist, kann die sauber gereinigte Fläche mit einem klassischen Schutzsystem, wie z.B. einer Fleckschutzimprägnierung, behandelt werden. Hierdurch entsteht der optimale Schutz der Platten und Fugen für die anschließende dauerhafte Nutzung.

Wie erfolgt die Verarbeitung?
Der nach dem anerkannten Stand der Technik fest verlegte Belag wird meist am Tag vor dem Ausfugen mit dem jeweiligen Schutzprodukt behandelt. Das Material wird dünn und gleichmäßig auf den Belag aufgebracht. Überschüssiges Produkt oder Pfützen nicht antrocknen lassen, sondern umgehend im flüssigen Zustand aufnehmen. Nähere Informationen über Anwendung und Verarbeitung finden Sie in den Technischen Merkblättern der Hersteller.
Am Markt werden schichtbildende und nicht schichtbildende Schutzsysteme für diesen Einsatzzweck angeboten. Aufgrund der Dampfdiffusionsfähigkeit und des verbleibenden Schutzes während der Bauphase werden heute meist Imprägnierungen, welche zu den nicht schichtbildenden Systemen gehören, eingesetzt.


Trentiner Porphyr mit bruchrauer Oberfläche

Wie funktioniert der Schutz?
Durch den Einsatz einer „Ausfughilfe“ wird die Saugfähigkeit des Gesteines sehr stark verringert. Das zementäre Fugmaterial trocknet (durch die fehlende Saugfähigkeit)auf den Platten langsamer und lässt sich dadurch über einen längeren Zeitraum leichter abwaschen. Die Griffigkeit des Belages bleibt unverändert, ein gründliches „Abwaschen“, also das Aufnehmen des überschüssigen Fugmörtels von der Belagsoberfläche in Verbindung mit viel sauberem Wasser, bleibt nach wie vor erforderlich. Sollten trotz aller Gründlichkeit noch Rückstände des Fugmörtels auf dem Belag verbleiben, so können diese je nach Natursteintyp mit alkalischen oder leicht sauren Reinigern entfernt werden.
Durch das Ausfugen und Abwaschen des Fugmörtels wird ein Teil der „Ausfughilfe“ auf der Belagsoberfläche mit entfernt. Der restliche Teil des Schutzproduktes verbleibt im Porengefüge des Belages. Die verbliebenen Wirkstoffe erreichen eine gewisse wasser- und schmutzabweisende Schutzwirkung während der Bau- und Austrocknungszeit.
Wenn die Flächen ausreichend ausgetrocknet sind, kann nach einer Grundreinigung eine weitere Schutzbehandlung mit einem klassischen Schutzsystem erfolgen. Hierdurch entsteht für Platten und Fugen ein optimaler Schutz für die spätere Nutzung.

Stefan Jedersberger
Leiter der Anwendungstechnik bei Möller-Chemie Steinpflegemittel GmbH
Email: s.jedersberger@moellerstonecare.eu
Website: www.moellerstonecare.eu

Beitrag erstellt am 9.2.2018