Technik

Entfernen von Grünbelägen und pflanzlichbedingte Flecken

Mit Grünbelägen befallene Natursteinflächen sind ein häufiges Ärgernis, vor allem nach einem langen und feuchten Winter. Sie machen den schönen Terrassenbelag sowie Wege nicht nur unansehnlich, sondern auch rutschig und glitschig. Zudem werfen Pflanzen Blätter und Blüten ab, die Gerbsäuren, Farbstoffe und andere Verbindungen an die Oberfläche abgeben. Diese Rückstände bilden ein gutes Nährmedium und fördern zusammen mit Feuchtigkeit das Wachstum von Schimmel, Algen und Moosen.

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Ältere Natursteintreppe, deren Oberfläche durch die Anschmutzung glitschig geworden ist.

Spezielle Reiniger auf Chlorbasis entfernen schnell und kraftvoll diese Gemengelage an Verunreinigungen.
Bei Grünbelägen können alternativ speziell entwickelte, pH-neutrale Außenflächenreiniger verwendet werden. Diese Produkte reagieren zwar langsamer, dafür aber in Verbindung mit Regen selbsttätig und wirken zudem zwischen 6 und 12 Monaten vorbeugend gegen eine Neuanschmutzung.

Vorteile von Spezialreinigern im Außenbereich

Gerne werden Hochdruckreiniger eingesetzt, wenn Oberflächen im Außenbereich anfangen grün zu werden. In diesem Stadium sind derartige Reinigungsgeräte wirkungsvoll, da sich die Verschmutzung noch nicht ins Kapillarsystem abgesetzt hat.
Der Gebrauch muss jedoch sachgemäß erfolgen, da ein zu hoher mechanischer Druck weichere Gesteinstypen an der Oberfläche abfräst und die hieraus folgende Mikrorauigkeit die Neuanschmutzung beschleunigt.

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Wirkungsweise eines Reinigers auf Basis von Chlorbleichlauge

Bei älteren Belägen, speziell saugfähige Natursteine, wie Sandstein, Quarzit, Kalkstein aber auch Betonwerkstein, dringt der Schmutz immer tiefer ein. Außerdem beschränkt sich der mikrobiologische Befall nicht mehr ausschließlich auf die Oberfläche. Bei Verwendung eines Hochdruckreinigers findet dann lediglich eine „Rasur“ der Verschmutzung statt. Worauf die verbliebenen und wachstumsfähigen Zellstrukturen den Belag innerhalb kürzester Zeit erneut verfärben.
Im Gegensatz dazu packen spezielle Außenflächenreiniger wegen der flüssigen Konsistenz den Schmutz an der „Wurzel“ und sorgen so für nachhaltig saubere Oberflächen.
Dank der bleichenden Inhaltsstoffe können selbst intensivste Gerbsäure- und Farbstoffflecken problemlos mit Reinigern auf Basis von Natriumhypochlorit entfernt werden. Die Chlorverbindungen zersetzen organische Farbstoffkomplexe, jedoch nicht die färbenden Mineralien des Natursteins.
Langsamer, dafür aber lang anhaltend, ist der Mechanismus von Reinigern auf Basis von Quaternären Ammoniumverbindungen. Die speziellen Wirkstoffsubstanzen lässt man bewusst im Mineralgefüge eintrocknen, d.h. es bleibt dem Regen vorbehalten den gelösten Schmutz herauszuspülen. Daraus resultiert als angenehmer Nebeneffekt eine präventive Wirkung zwischen 6 und 12 Monaten.

Andreas_SchmeizlAndreas Schmeizl
Leiter Anwendungstechnik LITHOFIN AG
Email: info@lithofin.de
Website: /www.lithofin.de

Beitrag erstellt am 28.11.2014

Antragung

Als eine Antragung bezeichnet man die Ergänzung einer Fehlstelle mit einem Steinergänzungsmörtel (SEM) im Arbeitsbereich der Naturwerksteinrestaurierung. Die Bezeichnungen Restauriermörtel und Steinersatzmasse sind ebenfalls geläufig. Der spezielle Mörtel wird aus Gesteinsmehl, Sanden und meist mineralischem Bindemittel hergestellt. Der Mörtel kann mit Pigmenten eingefärbt werden, um Ergänzungen besser an die Farbigkeit des zu ergänzenden Natursteins anzupassen.

Antragung
Sohlbank mit Vierung und retuschierter Antragung, Elbsandstein, Historisches Waldschlösschen, Dresden

Statisch relevante Bauteile sind mit Vierungen (Steinergänzungsstück) zu reparieren. Zumeist ist es nicht nötig und auch technisch kaum umsetzbar, alle Fehlstellen und Rückwitterungen zu ergänzen, vor allem wenn sie eher klein sind. Der Restauriermörtel wird für die Wiederherstellung der Linienführung an Profilen und Ornamenten verwendet, wenn diese optisch störend wirken. Wichtig ist der Aufbau bei gestörtem Wasserablauf am Bauteil zur Sicherung der Wasserführung, um Schäden durch eindringendes Wasser zu vermeiden.

Ergänzungsmaßnahmen – Reparatur von Fehlstellen durch Steinergänzungsmörtel

Verschiedene Hersteller bieten eine umfangreiche Palette fertig konfektionierter Steinergänzungsmörtel an. Die Steinersatzmasse wird jedoch auch als Baustellenmörtel von verschiedenen Steinmetzen und Restauratoren selbst rezeptiert. Der zu verwendende Mörtel ist in Farbigkeit, Körnung, Festigkeit und Wasseraufnahmefähigkeit auf den vorhandenen Naturstein abzustimmen.
Die geschädigten Bereiche werden bis auf den gesunden Kern abgearbeitet. Im Anschluss erfolgt ggf. das Aufbringen einer Haftbrücke und der Aufbau der Antragung. Diese kann vormodelliert werden und wird nach entsprechender Trocknungszeit steinmetzmäßig bearbeitet. Die Oberflächenbearbeitung sollte sich an den vorhandenen Oberflächen der Umgebung orientieren. Die Antragungen dürfen nicht fugenübergreifend hergestellt werden.

Gegeben falls ist bei frei tragenden Antragungen eine Armierung aus nichtrostendem Stahl (Schrauben, Stifte, Bügel, Draht) oder Kunststoff mit einer ausreichenden Überdeckung von mind. 2 cm Mörtel vorzusehen.

Mineralisch-gebundene SEM sind am gebräuchlichsten, kunstharz-gebundene oder kieselgel-gebundene Antragungen bieten besondere Vorteile. Das Grundgerüst bilden immer Gesteinskörnungen wie Gesteinsmehl und Sand sowie Pigmente zur farblichen Anpassung.

Mineralisch-gebundene SEM werden mit den Bindemitteln Kalk und Zement, die teilweise mit Bauharzen modifiziert werden, hergestellt. Der Mörtel wird auf der Baustelle mit Anmachwasser angemischt. Bei richtiger Rezeptur ist die Wasserdampfdurchlässigkeit ähnlich der des Natursteins. Antragungen mit mineralisch-gebundenen SEM benötigen jedoch eine Mindeststärke, daher ist an den Rändern eine Kante auszubilden und die Originalsubstanz steinmetzmäßig zurückzuarbeiten. Vorwiegend werden mineralisch-gebundene SEM bei der Restaurierung von Bauteilen und Skulpturen aus Weichgestein, wie Sandstein, Tuff, Trachyt und Kalkstein verwendet.

Antragung Pilaster
Pilaster mit Antragungen in Farbigkeit wie Material Bestand vor und nach der Retusche,
Elbsandstein, Historisches Waldschlösschen, Dresden

Kunstharz-gebundene SEM erreichen wesentlich höhere Haftzugwerte durch das Bindemittel Acrylharz oder Epoxidharz. Acrylharz kann bereits dem Werktrockenmörtel beigemischt sein, der auf der Baustelle nur mit Wasser angemacht wird. In flüssiger Form wird Acrylharz- Milch zum Anmachen des Mörtels verwendet. Epoxidharz wird zweikomponentig in Form von Kleber und Härter der Gesteinskörnung zugemischt. Durch die besseren Haftzugwerte kann kunstharz-gebundener Mörtel auf null auslaufend verarbeitet werden. So kann substanzschonend bei künstlerisch und kunsthistorisch wertvollen Werken Verlust von Originalsubstanz vermieden werden. Ein Nachteil ist die begrenzte Wasserdampfdurchlässigkeit und ab größeren Aufbaustärken ein wasserundurchlässiger Verschluss der Oberfläche. Epoxidharz-gebunde Systeme sind besonders für die Ergänzung von Fehlstellen bei Kalkstein, Marmor oder Granit geeignet.

Kieselgel-gebundene SEM werden unter Zugabe von Kieselsäureester angemischt. Beim Abbindeprozess entsteht ein Kieselgel gleich dem Bindemittel von silikatisch gebundenem Sandstein. Die Ähnlichkeit des Bindemittels und damit der spezifischen Eigenschaften sind besonders wünschenswert. Der Kieselgel-gebundene SEM ist wasserdampfdurchlässig und wird vorwiegend im Bereich der Restaurierung von Sandstein-Bauteilen und –Skulpturen verwendet.

Flächen mit SEM können nicht beliebig groß hergestellt werden, entsprechend DIN 18332 sind Antragungen im Regelfall bis 100 cm², größere bis 200 cm², vereinzelt bis 500 m² bei besonderer Sorgfalt vertretbar. Bei zu großen Ergänzungen besteht die Gefahr von Hohlstellen und Rissen. Die Herstellung ist im Vergleich zum Einbau von Vierungen jedoch substanzschonender und einfacher auf Form und Farbigkeit der umgebenen Steinsubstanz einzustellen.

Trotz des Einfärbens (Pigmentzugabe) können Antragungen durch ihre vom Ausgangsmaterial verschiedene Farbigkeit die Ansicht der restaurierten Fläche stören. Durch eine Retusche mit einer farblichen Lasur kann das Bild optisch angeglichen und beruhigt werden.

Dipl.-Ing. Architekt Markus SandnerDipl.-Ing. Architekt Markus Sandner
Inhaber des Planungsbüros Sandner für Architektur und Naturstein
Email: post@architekt-sandner.de
Website: /www.markussandner.de

Beitrag erstellt am 6.1.2014

Glimmerquarzit – Aussehen

Glimmerquarzite werden spalttechnisch hergestellt und haben meist eine natürlich spaltraue Oberfläche, die keine weitere Bearbeitung benötigt. Auf diesen spaltrauen Oberflächen ist ein typisch silbriger Glanz erkennbar. Dieser wird durch feinschuppige Glimmerminerale, sogenannte Hellglimmer, hervorgerufen. Dies bewirkt eine hohe Reflektion des einfallenden Lichts. Man schafft lichtdurchflutete Räume.

Naturstein: Silberquarzit als Wandbelag und Bodenbelag in einer Unterführung
Silberquarzit als Wand- und Bodenbelag in einer Unterführung

Neben dem silbrigen Glanz der Hellglimmer treten häufig auch noch erdwarme Schmuckfarben in unterschiedlicher Ausdehnung und Intensität auf. Sie reichen von goldbeigen bis hin zu intensiv rotbraun Tönen. Bei den Glimmerquarziten sind die einzelnen Minerale im Gestein fein verteilt und mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

Glimmerquarzit – Gefügemerkmle
Gemäß Definition der EN 12670 müssen Quarzite einen Mindestgehalt von 80 % Quarz aufweisen. Hellglimmer wie Muskovit und Serizit treten in diesen Gesteinen in wesentlich geringeren Mengen auf. Bei der Betrachtung der spaltrauen Oberflächen könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Hellglimmerminerale in einem wesentlich höheren Anteil im Gestein vorliegen. Dieser Eindruck täuscht jedoch, da die Hellglimmer vermehrt in den Spaltflächen angehäuft sind und dort mehr oder weniger durchgängige Lagen bilden. Dies ist auch der Grund für die gute Spaltbarbeit. Als Sekundärfarben treten häufig eisenhaltige Minerale auf. Sie sind im Gestein nur akzessorisch enthalten, haben jedoch einen großen Einfluss auf das optische Erscheinungsbild und verleihen Glimmerquarziten ein besonderes Dekor im Bereich der erdwarmen Farbtöne.


Silberquarzit Farbvarietät Braunrötlich

Bautechnische Relevanz:
Der hohe Refektionsgrad der oberflächennahen Glimmerminerale erzeugt eine aufhellende Wirkung. Diese kann architekonisch gezielt zur Aufhellung dunkler Raumzonen eingesetzt werden. Im Laufe der Zeit kann es durch Nachlimonitisierungsprozesse zu einer Intensivierung der erdwarmen Sekundärfarben kommen. Dies tritt meist dann ein, wenn die Oberfläche häufig mit Wasser oder acidischen Fluiden beaufschlagt wird.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.steininfo.de

Beitrag erstellt am 2.1.2014