Technik

Granit – Aussehen

Granite haben immer ein gekörntes, richtungsloses Gefüge, wie „Salz und Pfeffer“. Dabei kann die Größe der einzelnen „Körner“, je nach Granitsorte, recht unterschiedlich ausfallen. Die Bandbreite reicht von feinkörnigen bis riesenkörnigen Graniten. Innerhalb einer Handelsorte ist die Verteilung jedoch recht konstant, so dass sich ein einheitliches Aussehen der Flächen ergibt. Granite sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich. Häufig sind Granite hellgrau. Man findet sie jedoch auch in den Farben gelb, rosa, rot, braun, grün und blau. Schwarze Granite gibt es nicht.

Naurstein: Riesenkörniger Granit Kapustino
Riesenkörniger Granit Kapustino

Man kann die Minerale mit bloßem Auge leicht voneinander unterscheiden. Die Feldspäte sind für die Farben der Granite verantwortlich. Beim Quarz handelt es sich um die milchig trüben Bestandteile, die meist als Zwickelfüllungen vorkommen. Bei den Glimmern unterscheidet man in Hell- und Dunkelglimmer. Dunkelglimmer sind meist nahezu schwarz, Hellglimmer bewirken einen silbrigen Glanz der Granite.

Granit – Gefügemerkmle
Granite zeigen ein sehr gleichmäßiges Gefügebild. Mit Ausnahme von gelegentlichen Foliationen und Alterationen in kluftnahen Bereichen sind kaum optische Varianzen erkennbar. Gelegentliche treten Mineralanhäufungen, wie beispielsweise Biotitanhäufungen, auf. Granite bestehen sowohl aus opaken (Hell- und Dunkelglimmer), als auch aus transluzenten Mineralen (Feldspäte und Quarz). Im Wesentlichen sind die Alkalifeldspäte für die Farbe der jeweiligen Handelssorten verantwortlich. Bezüglich der Korngrößen unterscheidet man in der Regel zwischen feinkörnigen, fein- bis mittelkörnigen, mittelkörnigen, mittel- bis grobkörnigen, grobkörnigen und riesenkörnigen Graniten. Die jeweiligen Grenzen zwischen den einzelnen Korngrößen unterschieden sich bei verschiedenen Autoren. Die Angabe der Korngröße bezieht sich auf die durchschnittliche Größe der enthaltenen Feldspäte. Quarz und Glimmer werden zur Bestimmung der Korngrößen nicht heran gezogen.

Gesteine, die als Granite bezeichnet werden
Tabelle in Anlehnung an Weber/Hill “Naturstein für Anwender”

Bautechnische Relevanz:
Wegen des relativ gleichmäßigen Aussehens lassen sich mit Graniten große, homogene Flächen ausführen. Durch Alterationen des Mineralbestandes, beispielsweise durch Nachlimonitisierung der Dunkelglimmer, kann es, vor allem im Außenbereich, zu partiellen Veränderungen kommen. Auf dem internationalen Natursteinmarkt werden unterschiedliche Gesteinsfamilien unter der Bezeichnung Granit angeboten. Diese weisen zum Teil sehr wechselhafte Gefügebilder auf. Hierbei handelt es sich um Gesteine, die gemäß EN 12440 keine Granite im wissenschaftlichen Sinn darstellen. Die oben stehende Tabelle gibt eine Übersicht über Gesteine, die auf dem internationalen Markt als Granit gehandelt werden.
(Grün = Granit im wissenschaftlichen Sinne, Orange = Gesteine, im Handel mit der Bezeichnung Granit).

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.steininfo.de

Beitrag erstellt am 4.11.2013

Vierungen

Als eine Vierung (abgeleitet von Quadrat) bezeichnet man ein Steinergänzungsstück an architektonischen Bauteilen oder Skulpturen. Bei der Restaurierung wird eine Fehlstelle mit einem Vierungsstück geschlossen. Dadurch wird beispielsweise die ursprüngliche Abwicklung eines Profils wiederhergestellt. Der Einbau von Vierungen kann auch dem Erhalt der statischen Standsicherheit eines Bauteils dienen. Gelegentlich werden auch neue Bauteile mit Vierungen versehen. Derartige Vierungen kommen meist dann zum Einsatz, wenn Massivwerkstücke natürliche Fehlstellen aufweisen, beispielsweise große Tongallen in Sandsteinen.

Vierung schwalbenschwanzförmig
Schwalbenschwanzförmige Vierung an einer Stufenvorderkante in Venedig, Kalkstein Rosso Verona

Bei Werkstücken, die hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, können Vierungen auch schwalbenschwanzförmig ausgebildet sein. Dies dient der besseren Verzahnung, beispielsweise an Stufenvorderkanten. Die Anfertigung von Vierungen ist eine handwerkliche Tätigkeit. Sie wird sowohl vom Steinmetz als auch vom Steinbildhauer ausgeführt.

Ergänzungsmaßnahmen – Reparatur von Teilpartien durch Vierungen

Die Fehlstelle an einem Bauteil wird händisch mit entsprechenden Steinmetzwerkzeugen rechtwinkelig zu einer Vierungsstelle ausgearbeitet. Die morbide Substanz wird entfernt, zu beachten ist, dass der Substanzverlust so gering wie möglich ausfällt. Anschließend wird ein entsprechend millimetergenaues formschlüssiges Vierungsstück aus Naturstein angefertigt und mit Versetzmörtel oder Kleber eingesetzt. Ob die Vierung winklig ausgebildet wird oder dem Verlauf der Schadstelle folgt ist objekt- und situationsbezogen zu entscheiden.

Zum Einbau der Vierung werden heute meist hydraulische und kunststoffvergütete Mörtel oder Reaktionsharze benutzt. Silikatkleber sind bei Sandsteinen eine Alternative. Früher verwendete man Schellack, Kollophonium und Schwefelkitt. Beim Einbau sind Hohlräume zu vermeiden. Das Bindemittel kann aufgetragen oder eingegossen werden.

Wenn möglich ist die Vierung schwalben-schwanzförmig auszuführen, um ein Herausfallen zu verhindern, eine solche Vierung hält im Prinzip auch ohne Mörtel. Bei Bedarf erfolgt eine Verankerung mit V4A-Edelstahl. Gegebenfalls erforderliche Nacharbeiten müssen sich auf die Oberfläche der Vierung beschränken, angrenzende Substanz darf nicht beschädigt werden. Eine Vierung soll keinesfalls vorhandene Fugen überbrücken.

Vierungen im historischen Waldschlößchen in Dresden
Gewände und Balkonbrüstung mit glatten und profilierten Vierungen, Elbsandstein, Cottaer und Postaer Varietäten, Historisches Waldschlösschen, Dresden

Die Vierung muss in ihren chemisch und physikalisch-technischen Eigenschaften (Dichte, Porosität, Druckfestigkeit) und dem optischen Erscheinungsbild (Farbe, Körnung, Textur) mit dem zu ergänzenden Werkstein weitestgehend übereinstimmen. Besonders bei Sedimentgesteinen ist die vorgegebene Lagerung des Gesteins zu beachten.

In Abhängigkeit vom denkmalpflegerischen Konzept können die mit Vierungen restaurierten Bereiche an die Farbigkeit der historischen Substanz angeglichen werden. Es besteht die Gefahr, dass die aus neuem Material eingebauten Vierungen sich negativ auf das Gesamtbild auswirken. Es bietet sich die Möglichkeit die Oberflächen mit Silikatfarbe zu lasieren oder mit Silikatkreide trocken nachzutönen, welche mit einem Festiger fixiert wird. Wird die Entscheidung gefällt die Reparatur sicht- und nachverfolgbar zu belassen, so erfolgt die Anpassung der farblichen Erscheinung der Oberfläche nur langsam durch die natürliche Verwitterung.

Da aufgrund der erforderlichen Rechtwinkeligkeit bei der Ausarbeitung der Vierungsstelle immer ein Eingriff in die vorhandene Bausubstanz erfolgt sind bei bedeutsamen kunsthistorischen Werken die notwendigen Ergänzungsmaßnahmen mit Vierungen sorgfältig abzuwägen. In diesen Fall sowie bei kleinen Fehlstellen ist durch mineralisch-, bauharz- oder kieselgelgebundene Restauriermörtel zu ergänzen.

Dipl.-Ing. Architekt Markus SandnerDipl.-Ing. Architekt Markus Sandner
Inhaber des Planungsbüros Sandner für Architektur und Naturstein
Email: post@architekt-sandner.de
Website: /www.markussandner.de

Beitrag erstellt am 15.10.2013

Keine Schutzbehandlung ohne vorherige Grundreinigung

Eine Grundreinigung ist eine Intensivreinigung. Sie ist die Erstreinigung nach Abschluss der Bauarbeiten. Wieso sollte man vor der Anwendung einer Imprägnierung oder Versiegelung immer eine Grundreinigung durchführen?


Grundreinigen ist mehr als Aufwischen

„Ich habe so sauber mit dem Schwamm nachgewischt, da braucht man keinen Zementschleier-Entferner mehr“. Haben Sie das auch schon mal gehört?
Doch erst durch die sogenannte Bauabschlussreinigung wird der Belag „porentief rein“ und dadurch aufnahmefähig für eine Imprägnierung oder andere Schutzmaßnahmen.

Tenside lösen anhaftende Schmutzpartikel

Mörtel und Fugmassen enthalten unter anderem Kalkanteile, teilweise auch Anteile von Polymeren. Diese setzen sich in den mikroskopisch kleinen Poren und Kapillaren fest. Bei der Reinigung mit reinem Wasser wird nur die Oberfläche sauber, in den Kapillaren bleiben Reste , z.B. Kalkreste, Pigmente, Polymerpartikel, hängen und belegen die Hohlraumwände. Aber genau in diese Kapillaren muss das Imprägnierrmittel hinein gelangen, wenn es wirken soll. Sind die Kapillarhälse noch voller Fremdstoffe, werden die Fremdstoffe statt der Oberfläche der Kapillarhälse imprägniert. Die Wirkung der Imprägnierung verpufft.


Bauschmutz ist meist sehr hartnäckig

Für ältere Beläge, die imprägniert werden sollen, gilt das Gleiche. Hier sind es meistens Fettschmutz, Kaffeeflecken usw. die entfernt werden müssen. Dazu werden sogenannte Grundreiniger verwendet. Diese enthalten üblicherweise Tenside, Lösungsvermittler und andere Hilfsstoffe, die den Schmutz unterwandern, ablösen und in der Schmutzflotte in der Schwebe halten. Für besonders hartnäckige Verschmutzungen, z.B. Rostflecken, Ölflecken, alte Versiegelungen usw. gibt es darauf abgestimmte Spezialprodukte.
Wichtig: lassen Sie den Belag nach der Reinigung gut durchtrocknen, bevor sie ihn imprägnieren. Denn sonst sind die Hohlräume noch voller Wasser, und das Imprägniermittel kann wiederum nicht richtig eindringen…
Marmor, Kalkstein und andere Natursteine mit Anteilen an carbonatischem Anteilen sind empfindlich gegenüber Säuren. Dies muss bei der Auswahl der Reiniger berücksichtigt werden.

Ralf-Peter Winkler Alpin-ChemieDipl.-Chem.Ralf-Peter Winkler
Entwicklungsleiter bei Alpin-Chemie GmbH
Email: info@alpin-chemie.de
Website: www.alpin-chemie.de

Beitrag erstellt am 30.08.2013