Technik

Schnellestriche

Natursteinbeläge brauchen einen tragfähigen Untergrund. Die Verlegung erfolgt meist auf einem Estrich. Dieser übernimmt die Funktion einer Lastverteilungsschicht. Die Trocknungsdauer von konventionellen Estrichen dauert in der Regel mehrere Wochen. Dies bewirkt eine extrem lange Verzögerung des Baufortschrittes. Vor allem bei Sanierungsarbeiten in bewohnten Gebäuden oder bei der Neugestaltung von Ladengeschäften kann man solch lange Verzögerungen nicht hinnehmen.

Schnellestrich
Schnellestriche verkürzen den Bauzeitenplan erheblich

Hier bieten Schnellestriche die Lösung. Sie ermöglichen es, Natursteinbeläge ohne Wartezeiten zu verlegen. Es gibt Schnellestriche, die bereits nach 4 Stunden verlegereif sind. Nimmt man zu einem Schnellestrich noch einen schnell abbindenden Mörtel, der bereits nach 2 Stunden begehbar und verfugbar ist und dazu noch einen schnellabbindenden Fugenmörtel, so können kleinere Flächen schon an einem einzigen Tag saniert werden.

In nur einem Tag ist ein kompletter Bodenaufbau möglich

Estriche sind eine schwer zu kalkulierende Größe für den Bauzeitenplan. Bei den oftmals einkalkulierten 28 Tagen für die Trocknung handelt es sich nur um einen Schätzwert, der häufig bei ungünstigen Witterungsbedingungen überschritten wird. Die Verlegung von Naturstein darf erst erfolgen, wenn die Verformungsneigung im Estrich abgeklungen ist. Eine zu frühe Belegung ist schadensträchtig. Entsprechend der technischen Regelwerke wird die Belegreife mittels der CM-Methode bestimmt. Je nach Art des Estrichs und der baulichen Situation (unbeheizte Konstruktion, beheizte Konstruktion) dürfen die zulässigen Werte der bezüglich der Restfeuchte nicht überschritten werden.


Bereits nach 4 Stunden verlegereif

Entscheidet man sich für den Einbau eines Schnellestrichs, so werden die entstehenden Mehrkosten bei gewerblichen Objekten durch die Reduzierung des Mietausfalls in der Regel kompensiert. Im privaten Sanierungsbereich wird durch den Einsatz eines Schnellestrichs die bauliche Belästigung für den Bauherrn wesentlich reduziert. Die Wirkungsweise eines Schnellestrichs beruht auf einer schnellen kristallinen Bindung des Überschusswassers. Dadurch werden die ansonsten üblichen Verschüsselungen der Estrichscheibe während des Abbindeprozesses vermieden. Außerdem erzielen Schnellestriche eine hohe Anfangsfestigkeit, so dass die Belegung umgehend erfolgen kann

Sven Brändlein ARDEX GmbHSven Brändlein
Leiter Bereich Fliese/Bau bei ARDEX GmbH
Email: sven.braendlein@ardex.de
Website: www.ardex.de

Beitrag erstellt am 18.08.2013

Konglomerate – Entstehung

Konglomerate zählen zu den Sedimentgesteinen. Sie bildeten sich durch Ablagerungen von Gesteinsbruchstücken und Geröllen, die von Bächen und Flüssen über eine längere Strecke transportiert wurden. Dabei kam es zu einer Abrundung der Kanten dieser Bruchstücke. Auf den ersten Blick könnte man einige Sorten sogar für einen künstlich hergestellten Beton halten. Es sind jedoch echte Natursteine, sich im Laufe der Zeit zu einem kompakten Gestein verfestigten (Diagenese).

Branneburger Nagelfluh Konglomerat aus Bayern
Brannenburger Nagelfluh in Brannenburg / Deutschland

Auf der Abbildung ist der Übergang von den lockeren Gesteinsbruchstücken zu den zementierten, verfestigten Gesteinspartien gut erkennbar. Da die Entstehung dieser Gesteine unter geringem Druck erfolgte, sind offene Gesteinsporen für diese Gesteine typisch. Die einzelne Gesteinsbruchstücke sind mit bloßem Auge gut erkennbar.

Konglomerat – Petrographische Zuordnung
Konglomerate zählen zur Gesteinsgruppe der Sedimentgesteine. Sie sind aus Gesteinsbruchstücken zusammengesetzt, deren angerundete Kanten auf fluviatilem Transport beruhen. Die Verfestigung erfolgte bei den alpinen Typen meist durch calcitisches Bindemittel.

Bautechnische Relevanz:
Im internationalen Natursteinhandel sind in den letzten Jahren einige dekorative Konglomerte aufgetaucht. Diese enthalten zum Teil auch quarzitische Bestandteile. Viele dieser Konglomerate stammen aus Brasilien. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen sind in EN 12440 exakte Definitionen festgelegt. Die Prüfung erfolgt gemäß EN 12407. Hier wird der Begriff „conglomerate (engl.) = Konglomerat für diese petrographische Familie angegeben. Im Raum nördlich der Alpen ist noch die Bezeichnungen Nagelfluh für diese Gesteinsfamilie gebräuchlich. Südlich der Alpen, im italienischen Sprachraum, lautet die Bezeichnung für diese Gesteinsfamilie „Ceppo“.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.steininfo.de

Beitrag erstellt am 24.07.2013

Glimmerquarzit – Entstehung

Glimmerquarzite zählen zu den Umwandlungsgesteinen (metamorphe Gesteine). Sie bildeten sich aus bereits vorhandenen Gesteinskomplexen (Primärgesteinen), die durch tektonische Bewegungen ins Innere der Erdkruste gelangten. Da die Bildung dieser Gesteine unter hohem Druck und/oder hohen Temperaturen stattfand, findet man in Glimmerquarziten keine Fossilien.

Silberquarzit Steinbruch Südtirol
Silberquarzit-Steinbruch in Südtirol / Italien

Glimmerquarzite entstanden aus ehemaligen Sandsteinen. Sie verfügen über durchgehende Glimmerlagen, die ein einfaches Spalten der Steine entlang dieser Lagen ermöglichen. Deshalb werden diese Gesteine am Markt überwiegend mit spaltrauen Oberflächen angeboten. Auf den Spaltflächen sind silbrig glänzende Glimmerminerale erkennbar.

Glimmerquarzit – Petrographische Zuordnung
Glimmerquarzite zählen zur Gesteinsgruppe der metamorphen Gesteine. Sie verfügen über durchgängige Lagen von Hellglimmern (Muskovit, Serizit), die größtenteils in den Ebenen, in denen der Stein gespalten wird, angelagert sind. Diese typischen Hellglimmer entstanden während der Metamorphose als Mineralneubildungen aus ehemaligen Tonmineralen.

Bautechnische Relevanz:
Im internationalen Natursteinhandel werden neben Glimmerquarziten des Öfteren auch quarzitisch gebundene Sandsteine unter der Handelsbezeichnung „Quarzit“ angeboten.. Eine weltweit, einheitliche Regelung zur Bezeichnung gibt es nicht. In den Preislisten italienischer Anbieter findet man Glimmerquarzite häufig unter der Sammelbezeichnung “pietre”, in diesem Sammelbegriff werden alle Steine zusammengefasst, die nicht unter die Bezeichnung „marmi“ und „graniti“ fallen. In China wird der jeweiligen Ziffernfolge gemäß GB/T 17670 ein “S” (slate = Schiefer) voran gestellt. Auch hier wird nicht zwischen Tonschiefern, Phylliten und Glimmerquarziten etc. unterschieden. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen ( EN 12670) müssen Quarzite einen Mindestgehalt von 90 Prozent Quarz und eine metamorphe Überprägung aufweisen.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
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Beitrag erstellt am 15.04.2013