Technik

Wasser allein reicht nicht

Wieso reicht Wasser alleine nicht aus, um Steinböden effektiv zu reinigen?
Wasser besitzt eine sehr hohe Oberflächenspannung. Den kleinen Wasserläufern gefällt das: Sie können dadurch bequem über’s Wasser spazieren. Selbst Büroklammern schwimmen auf der Wasseroberfläche – bis ein kleiner Tropfen Spülmittel dem ein Ende setzt.

Reinigung Naturstein - feuchtes Aufwischen eines Belags
Feuchtes Aufwischen mit Wasser allein reicht nicht

Der Zusatz von Tensiden setzt die Oberflächenspannung stark herab, wodurch das Wasser die Steinoberfläche besser benetzen und den Schmutz unterwandern kann.

Tenside lösen anhaftende Schmutzpartikel

Früher waren Seifen die einzigen bekannten Tenside. Ihre Leistung ist jedoch begrenzt und sie neigen dazu, Rückstände zu hinterlassen. Moderne Tenside sind maßgeschneidert und es gibt sie in den verschiedensten Varianten. Ihnen gemeinsam ist ein unpolarer (fettliebender) Teil und ein polarer (wasserliebender) Teil. Je nachdem, wie der wasserliebende Kopf geladen ist, unterscheidet man anionische (negativ geladen), kationische (positiv geladen), nichtionische (ohne Ladung) und amphotere Tenside (sowohl als auch).

Naturstein Reinigung - Tenside unterwandern den Schmutz
Systemskizze Alpin-Chemie / Sonthofen

Sie unterwandern den Schmutz, kapseln ihn ein und halten ihn im Wischwasser in der Schwebe. Dadurch kann er leicht weggespült werden und es lassen sich rückstandsfreie Reiniger konzipieren.
Reiniger können an verschiedenste Arten von Verschmutzung angepasst sein – z.B. an Zementschleier, Fettschmutz usw. Der falsche Reiniger hilft meist nicht weiter und einen „Universalreiniger“ gibt es nicht.

Ralf-Peter Winkler Alpin-ChemieDipl.-Chem.Ralf-Peter Winkler
Entwicklungsleiter bei Alpin-Chemie GmbH
Email: info@alpin-chemie.de
Website: www.alpin-chemie.de

Beitrag erstellt am 12.12.2012

Tonschiefer – Entstehung

Tonschiefer liegen aus gesteinskundlicher Sicht im Grenzbereich zwischen Ablagerungs – und Umwandlungsgesteinen. Sie bilden eine eigene Gesteinsfamilie. Ihr Mineralbestand ist sehr feinkörnig. Die Tonschiefer entstanden aus ehemaligen Schiefertonen.

Tonschiefer
Tonschiefer im Untertagebau

Kommen Schiefertone mit Wasser in Kontakt, so sind sie quellfähig. Derartige Gesteine kann man in der Regel nicht für Bauzwecke einsetzen. Bei der Entstehung der Tonschiefer wurde der Mineralbestand umgewandelt, so dass die Tonschiefer bei Kontakt mit Wasser diese Eigenschaft nicht mehr aufweisen. Häufig werden Tonschiefer umgangssprachlich nur als Schiefer bezeichnet. Unter der Bezeichnung Schiefer bzw. Schieferung versteht man allerdings lediglich das optische Erscheinungsbild dieser Gesteine (Gefügebild). Auch andere Gesteinsfamilien, wie beispielsweise Gneise, können eine deutliche Schieferung zeigen. Man kann die meist nahezu parallel verlaufenden Lagen der Schieferung gut erkennen, wenn man einen Tonschiefer durchbricht oder an den Sägekanten betrachtet.

Tonschiefer – Petrographische Zuordnung

Tonschiefer werden in der Petrographie meist den metamorphen Gesteinen zugeordnet. In der untenstehenden Übersichtstabelle sind sie, in Abgrenzung zu den stärker metamorph überprägten Glimmerschiefern, en Sedimentgesteinen zugeordnet. Sie sind im Grenzbereich zwischen den Sedimentgesteinen und den Metamophiten angesiedelt.

Bautechnische Relevanz:
Auf dem internationalen Natursteinmarkt werden viele Tonschiefer angeboten. Auch hier wird häufig lediglich der umgangssprachliche Begriff Schiefer angewandt. Hierunter zählen gelegentlich auch diverse Glimmerschiefer und Phylitte. Ein Nachteil entsteht dadurch nicht, da diese stärker metamoph überprägten Gesteine in der Regel höhere Abriebfestigkeitswerte aufweisen. Eine einheitliche Regelung zur Benennung gibt es weltweit nicht. In Italien werden Tonschiefer zusammen mit anderen Spaltgesteinen häufig unter dem Oberbegriff „pietre“ zusammengefasst. Ebenso verhält es sich in China. Hier wird gemäß GB/T 17670 (Vereinheitlichter Katalog für Naturstein) der VR China einer 4-stelligen Ziffernfolge ein „S“ voran gestellt. Unter diesem „S“ (slate) sind ebenfalls diverse stärker metamorph überprägte Gesteine zu finden. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen sind in EN 12440 exakte Definitionen festgelegt. Hier wird der englische Begriff „slate“ genannt, den man im Deutschen als Tonschiefer übersetzen würde.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.Steininfo.de

Beitrag erstellt am 17.7.2012

Marmor – Entstehung

Marmor zählt zur Gesteinsgruppe der metamorphen Gesteine (auch Metamorphite oder Umwandlungsgesteine genannt). Sie bilden eine eigene Gesteinsfamilie mit genauen Definitionen bezüglich ihrer Entstehung und ihres Hauptmineralbestandes.

Carrara Marmor; Brüche in den Apuanischen Alpen
Carrara Marmor, Steinbrüche in den Apuanischen Alpen

Marmor bildete sich durch die Umwandlung bereits bestehender Gesteine. Bei den ursprünglich vorhandenen Gesteinen (Primärgesteinen), handelte es sich um Kalksteine. Diese gerieten durch tektonische Bewegungen in tiefere Bereiche der Erdkruste. Dort herrschen höhere Drücke und Temperaturen, so dass es zu einer Umwandlung dieser Kalksteine kam. Umgangssprachliche werden oftmals alle polierfähigen Kalksteine als Marmor bezeichnet. Dies ist jedoch nicht korrekt.

Marmor – Petrographische Zuordnung

Marmor zählt zu der Gesteinsgruppe der Metamorphite. Bei der Einteilung bezüglich des Mineralbestandes wird gemäß EN 12670 zwischen calcitischem Marmor ( Dolomitspatgehalten zwischen 0 – 10 Prozent); calcitisch-dolomitischem Marmor (Dolomitspatgehalt 10 – 50 Prozent); dolomitisch-calcitischem Marmor (Dolomitspatgehalt 50 – 90 Prozent) um dolomitischem Marmor (Dolomitspatgehalt 90 – 100 Prozent) unterschieden.Daneben gibt es noch silikatische Marmore mit unterschiedlichem Gehalt an Silikaten, die jedoch in EN 12670 namantlich nicht näher klassifiziert sind.

Bautechnische Relevanz:
Auf dem internationalen Natursteinmarkt werden viele Gesteine unter der Bezeichnung Marmor angeboten. Gelegentlich handelt es sich dabei um Gesteine, die im petrographischen Sinn nicht zu den Mamoren zählen und zum Teil auch andere gebrauchstechnische Eigenschaften aufweisen. Eine einheitliche Regelung zur Beurteilung gibt es weltweit nicht. In Italien werden Marmore und Kalksteine häufig unter dem Oberbegriff „marmi“ zusammengefasst. Ebenso verhält es sich in China. Hier wird gemäß GB/T 17670 (Vereinheitlichter Katalog für Naturstein) der VR China einer 4-stelligen Ziffernfolge ein „M“ voran gestellt. Unter diesem „M“ (marble) sind ebenfalls Marmor- und Kalksteinsorten zu finden. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen sind in EN 12440 exakte Definitionen festgelegt. Nach diesen Definitionen dürfen Gesteine wie Kalksteine oder tektonische und sedimentäre Brekzien nicht als Marmor bezeichnet werden.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.Steininfo.de

Beitrag erstellt am 3.2.2012