Technik

Granit – Entstehung

Granite zählen zu den magmatischen Gesteinen. Sie bildeten sich aus glutflüssigem Magma, das durch Spalten in höhere Bereiche der Erdkruste aufstieg. Es gelang ihm jedoch nicht bis zur Oberfläche zu gelangen, sondern es blieb auf dem Weg nach oben als Pfropf (Plutonit) stecken. Dort kühlte das Gestein über einen extrem langen Zeitraum ab, so dass ideale Bedingungen zur Kristallbildung vorlagen. Deshalb sind die einzelnen Minerale mit bloßem Auge gut voneinander zu unterscheiden.

Granitbruch Bianco Sardo auf Sardinien
Granitbruch auf Sardinien

Granite haben ein gekörntes, richtungsloses Aussehen. Die Korngrößen reichen von sehr feinkörnigen bis hin zu riesenkörnigen Graniten, deren Minerale oftmals mehrere Zentimeter groß sein können. Als Hauptminerale enthält Granit Feldspat, Quarz und Glimmer. Schon Goethe sagte: „Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess´ ich nimmer“.

Granit – Petrographische Zuordnung
Granite zählen zur Gesteinsgruppe der magmatischen Gesteine, Untergruppe  Tiefengesteine (auch Plutonite genannt). Im Streckeisendiagramm für plutonische Gesteine belegen sie Feld 3.


Tabelle in Anlehnung an Weber/Hill “Naturstein für Anwender”

Bautechnische Relevanz:
Im internationalen Natursteinhandel werden viele Gesteine unter der Bezeichnung Granit angeboten. Oftmals handelt es sich dabei um Gesteine, die im petrographischen Sinn nicht zu den Graniten zählen und zum Teil auch andere technische Gebrauchseigenschaften aufweisen. Eine weltweit, einheitliche Regelung zur Bezeichnung gibt es nicht (Europa EN 12440, USA ASTM 119, China GB/T 17670) . Im Geltungsbereich der Europäischen Normen sind in EN 12440 exakte Definitionen festgelegt. Nach diesen Definitionen dürfen Gesteine wie Gneise, Basalte, Diorite, Gabbros, Migmatite oder Foidolithe nicht als Granit bezeichnet werden.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.Steininfo.de

Beitrag erstellt am 2.3.2012

Rhyolith – Entstehung

Rhyolithe zählen zu den Ergußgesteinen. Sie entstanden an der Erdoberfläche in Folge vulkanischer Tätigkeit. Da es bei der Entstehung zu einer raschen Abkühlung kam, sind nicht alle Minerale erkennbar. Typisch für diese Gesteine sind einzelne große Minerale, die sich in einer Grundmasse (Matrix) befinden. Die einzelnen Minerale , aus denen sich die Grundmasse zusammensetzt, sind mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Rhyolith Bruch
Rhyolithbruch in Raum Trento / Italien

Umgangssprachlich werden Rhyolithe häufig als Porphyr bezeichnet. Sie sind sehr widerstandsfähig und entsprechen in ihrer chemischen Zusammensetzung den Graniten. Der Unterschied zu Graniten besteht darin, dass sich Granite im Innern der Erdkruste bildeten und die Ryolithe an der Erdoberfläche entstanden.

Rhyolithe – Petrographische Zuordnung
Rhyolithe zählen zur Gesteinsgruppe der magmatischen Gesteine (Untergruppe Ergußgesteine). Sie sind die Ergußäquivalente der Granite. Häufig erfolgte eine ignimbritische Bildung. Durch die rasche Abkühlung kam es vermehrt zu engständigen Kluftflächen, an denen die Steine meist spalttechnisch abgebaut werden können.

Bautechnische Relevanz:
Im internationalen Natursteinhandel werden diese Gesteine häufig als Porphyr angeboten. Eine weltweit, einheitliche Regelung zur Bezeichnung gibt es nicht. In den Preislisten italienischer Anbieter findet man Phyolithe häufig unter der Sammelbezeichnung “porfidi”. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen muss gemäß EN 12440 eine wissenschaftlich exakte Bezeichnung nach EN 12670 erfolgen. Bei vielen Ryholthen handelt es sich um rhyolitische Ignimbrite.

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Beitrag erstellt am 29.12.2011

Kalkstein – Entstehung

Kalksteine zählen zu den Sedimentgesteinen. Sie bildeten sich durch Ablagerungen (meist Skelette oder Gehäuse von Meerestieren), die sich im Laufe der Zeit zu einem kompakten Gestein verfestigten (Diagenese). Da die Bildung in einem relativ niedrigen Temperaturbereich erfolgte, findet man in Kalksteinen häufig noch Fossilien . Zu den bekanntesten Funden zählt sicherlich der Archaeopteryx aus den Steinbrüchen bei Solnhofen.

Bruch Solnhofener Natursteinplatten
Kalksteinbruch in Solnhofen / Deutschland

Kalksteine sind häufig in erkennbaren Schichten aufgebaut. Sie bestehen überwiegend aus dem Mineral Calcit. Man findet Kalksteine in den unterschiedlichsten Farben. Meist handelt es sich dabei um erdwarme Farbtöne (beige bis braun).

Kalkstein – Petrographische Zuordnung
Kalksteine zählen zur Gesteinsgruppe der Sedimentgesteine. Sie sind meist biogenen Urspungs können jedoch auch durch Ausfällung entstehen.

Bautechnische Relevanz:
Im internationalen Natursteinhandel werden viele Kalksteine als Marmor angeboten. Eine weltweit, einheitliche Regelung zur Bezeichnung gibt es nicht. In den Preislisten italienischer Anbieter findet man Kalksteine häufig unter der Sammelbezeichnung “marmi”. In China wird der jeweiligen Ziffernfolge gemäß GB/T 17670 ein “M” voran gestellt. Auch hier wird nicht zwischen Marmor und Kalkstein unterschieden. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen sind in EN 12440 exakte Definitionen festgelegt. Nach diesen dürfen Kalksteine nicht als Marmor bezeichnet werden, da es sich bei Kalksteinen um Sedimentgesteine handelt und keine metamorphe Überprägung vorliegt.

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Beitrag erstellt am 06.12.2011