Technik

Kalkstein – Aussehen

Kalksteine bewegen sich häufig in einem hellbeigen Farbspektrum. Es sind jedoch auch rötliche bis braune sowie unterschiedlich abgestufte graue Grundfarbtöne möglich. Am Markt werden des Öfteren schwarze Marmorsorten angeboten. Schwarzen Marmor gibt es nicht. Auch hierbei handelt es sich in der Regel um schwarze Kalksteine. Häufig zeigen Kalksteine ein geadertes Gefügebild, weshalb sie häufig mit Marmor verwechselt werden.


Kalkstein Jura Deutschgelb mit fossilien Einlagerungen

Im Gegensatz zu Marmor, der durch seine kristalline Umwandlung sehr durchscheinend wirkt, ist die Transluzenz bei Kalksteinen wesentlich geringer. Man kann dies beispielsweise an einer Natursteinfliese prüfen. Hält man eine derartige Fliese gegen das Licht, so kann man seine Finger bei einer Marmorfliese meist durch die Fliese hindurch erkennen. Bei einem Kalkstein ist dies nicht der Fall. Kalksteine zählen zu den wenigen Gesteinsarten, die Fossilien enthalten können, was sie sehr beliebt macht.

Kalksteine – transparente Calcitadern
Adern entstehen in Gesteinen meist dann, wenn es durch tektonische Bewegungen der Erdkruste zu Rissbildungen in den Gesteinskomplexen kommt. Sie treten im Gestein in unterschiedlicher Verteilung und Größe auf. Adern sind für das jeweilige Dekor entscheidend. Neben den breiteren, oft farbig gefüllten Adern sind in Kalksteinen häufig auch kleinere Risse mit transparentem Calcit sekundär verfestigt, so dass die ehemals unverfüllten Risse nach der Verheilung kein Problem mehr darstellen.

Bautechnische Relevanz:
Derartige, natürlich verheilten Stiche werden immer wieder von Bauherren als Mangel gerügt. Es wird vermutet, dass die Werkstücke bei der Fertigung beschädigt und transparent verklebt wurden. Dem ist jedoch nicht so, wie man auf der oberen Abbildung ganz klar erkennen kann. Es wäre technisch überhaupt nicht möglich, eine Verklebung mit einem solchen Versatz herzustellen. Diese feinen, transparenten Calcitadern sind natürlichen Ursprungs und nicht als Mangel zu werten. Es besteht bei vollständiger natürlicher Ausheilung keine Gefahr, dass Werkstücke an dieser Stelle nochmals brechen könnten.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.steininfo.de

Beitrag erstellt am 2.2.2018

Kalkstein – Entstehung

Kalksteine zählen zu den Sedimentgesteinen. Sie bildeten sich durch Ablagerungen (meist Skelette oder Gehäuse von Meerestieren), die sich im Laufe der Zeit zu einem kompakten Gestein verfestigten (Diagenese). Da die Bildung in einem relativ niedrigen Temperaturbereich erfolgte, findet man in Kalksteinen häufig noch Fossilien . Zu den bekanntesten Funden zählt sicherlich der Archaeopteryx aus den Steinbrüchen bei Solnhofen.

Bruch Solnhofener Natursteinplatten
Kalksteinbruch in Solnhofen / Deutschland

Kalksteine sind häufig in erkennbaren Schichten aufgebaut. Sie bestehen überwiegend aus dem Mineral Calcit. Man findet Kalksteine in den unterschiedlichsten Farben. Meist handelt es sich dabei um erdwarme Farbtöne (beige bis braun).

Kalkstein – Petrographische Zuordnung
Kalksteine zählen zur Gesteinsgruppe der Sedimentgesteine. Sie sind meist biogenen Urspungs können jedoch auch durch Ausfällung entstehen.

Bautechnische Relevanz:
Im internationalen Natursteinhandel werden viele Kalksteine als Marmor angeboten. Eine weltweit, einheitliche Regelung zur Bezeichnung gibt es nicht. In den Preislisten italienischer Anbieter findet man Kalksteine häufig unter der Sammelbezeichnung “marmi”. In China wird der jeweiligen Ziffernfolge gemäß GB/T 17670 ein “M” voran gestellt. Auch hier wird nicht zwischen Marmor und Kalkstein unterschieden. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen sind in EN 12440 exakte Definitionen festgelegt. Nach diesen dürfen Kalksteine nicht als Marmor bezeichnet werden, da es sich bei Kalksteinen um Sedimentgesteine handelt und keine metamorphe Überprägung vorliegt.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
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Beitrag erstellt am 06.12.2011