Technik

Tonschiefer – Entstehung

Tonschiefer liegen aus gesteinskundlicher Sicht im Grenzbereich zwischen Ablagerungs – und Umwandlungsgesteinen. Sie bilden eine eigene Gesteinsfamilie. Ihr Mineralbestand ist sehr feinkörnig. Die Tonschiefer entstanden aus ehemaligen Schiefertonen.

Tonschiefer
Tonschiefer im Untertagebau

Kommen Schiefertone mit Wasser in Kontakt, so sind sie quellfähig. Derartige Gesteine kann man in der Regel nicht für Bauzwecke einsetzen. Bei der Entstehung der Tonschiefer wurde der Mineralbestand umgewandelt, so dass die Tonschiefer bei Kontakt mit Wasser diese Eigenschaft nicht mehr aufweisen. Häufig werden Tonschiefer umgangssprachlich nur als Schiefer bezeichnet. Unter der Bezeichnung Schiefer bzw. Schieferung versteht man allerdings lediglich das optische Erscheinungsbild dieser Gesteine (Gefügebild). Auch andere Gesteinsfamilien, wie beispielsweise Gneise, können eine deutliche Schieferung zeigen. Man kann die meist nahezu parallel verlaufenden Lagen der Schieferung gut erkennen, wenn man einen Tonschiefer durchbricht oder an den Sägekanten betrachtet.

Tonschiefer – Petrographische Zuordnung

Tonschiefer werden in der Petrographie meist den metamorphen Gesteinen zugeordnet. In der untenstehenden Übersichtstabelle sind sie, in Abgrenzung zu den stärker metamorph überprägten Glimmerschiefern, en Sedimentgesteinen zugeordnet. Sie sind im Grenzbereich zwischen den Sedimentgesteinen und den Metamophiten angesiedelt.

Bautechnische Relevanz:
Auf dem internationalen Natursteinmarkt werden viele Tonschiefer angeboten. Auch hier wird häufig lediglich der umgangssprachliche Begriff Schiefer angewandt. Hierunter zählen gelegentlich auch diverse Glimmerschiefer und Phylitte. Ein Nachteil entsteht dadurch nicht, da diese stärker metamoph überprägten Gesteine in der Regel höhere Abriebfestigkeitswerte aufweisen. Eine einheitliche Regelung zur Benennung gibt es weltweit nicht. In Italien werden Tonschiefer zusammen mit anderen Spaltgesteinen häufig unter dem Oberbegriff „pietre“ zusammengefasst. Ebenso verhält es sich in China. Hier wird gemäß GB/T 17670 (Vereinheitlichter Katalog für Naturstein) der VR China einer 4-stelligen Ziffernfolge ein „S“ voran gestellt. Unter diesem „S“ (slate) sind ebenfalls diverse stärker metamorph überprägte Gesteine zu finden. Im Geltungsbereich der Europäischen Normen sind in EN 12440 exakte Definitionen festgelegt. Hier wird der englische Begriff „slate“ genannt, den man im Deutschen als Tonschiefer übersetzen würde.

Dipl.-Ing.(FH) Detlev Hill
Inhaber Informationsdienst Naturstein
Email: info@steininfo.de
Website: www.Steininfo.de

Beitrag erstellt am 17.7.2012